02.12.2012 Prüfung

Prüfung der TAEKWONDO-Schule Sappl, in Waldram, am 2.12.2012

Mit 75 noch den schwarzen Gürtel!

Drei Mädchen zeigen Taekwondo in Vollendung und erhalten dafür den schwarzen Gürtel. Zwei Opas beweisen, dass Taekwondo auch fürs hohe Alter noch eine ästhetische Sportart ist.

Trotz zahlreicher krankheitsbedingter Absagen standen am Sonntag, dem 2.12.12 um 9 Uhr, 40 meist jugendliche Teilnehmer auf der Matte der Turnhalle in der Waldramer Volksschule. Sie bewarben sich bei Großmeister Ko Eui-Min um neue Gürtel.Die prüfungswilligen Kämpferinnen und Kämpfer unterziehen sich ja bereits in den Wochen vor dem Termin einem Test durch den Schulleiter und Großmeister Franz Sappl. Wer dann zugelassen wird, hat beste Aussichten vor dem Prüfer Ko Eui-Min, Haedmaster aller 9. Dan-Träger weltweit, zu bestehen.

Die Anfänger durften alle gleich die beiden Weißgurte überspringen und tragen nun stolz den Gelbgurt und, obwohl der ganze Test auf einem leistungsmäßig sehr hohen Niveau ablief, ragten doch noch einzelne Teilnehmer aus dem Groß hervor. Dies waren in der Gelbgurtgruppe Max Wallner, Andre Niebuhr und Christoph Eisermann. Bei den zweiten Gelbgurten waren dies Matteo Pfeffer und Marie Lou Kramer. Grüngurte: Moni Mannhardt und Inge Blum, Tobi Sodeikat und Antonia Edlin unter den Blaugurten und aus den ersten Rotgurten ragte Erik Rabi, der zusammen mit Max Wallner die beste Benotung unter den Farbgurten hatte, neben Lena Hauser (jüngste Teilnehmerin), Sandro Sniatecki, Julia Fischhaber und Henri Bieling hervor.

Noch vor der Prüfung der Schwarzgurte gab es eine kleine Einlage, in welcher Andreas Sappl, 4. DAN und seit 23 Jahren im Rollstuhl, die Poomse Pyongwon vorführte, während simultan hinter ihm Franz Sappl im schwarzen Anzug als „Schatten“ alle Bewegungen durchführte, um zu veranschaulichen, wie die Poomse in den Gedanken des Rollstuhl-Taekwondolers abläuft, während er die Stellungen und Kicks mit den Händen simuliert. Meister Ko war so angetan, dass er spontan beide zu einer Vorführung nach München einlud.

Die Prüflinge zum schwarzen Gürtel waren einfach Sonderklasse. Allen voran die achtjährige Catalina Lucia Pires, die neben lauter B-Strich, für ihre Bruchtests sogar mit Note A bewertet wurde. Sie zerschlug mit dem Handballen ein Brett und dann hob sie ihr rechtes Bein, indem sie es an der Zehenspitze anfasste und gestreckt über Kopfhöhe zog. Sie wiederholte diese Prozedur zweimal und schlug dann aus dieser Position mit Jiggajaggi das Brett durch – einmalig!

Marlene Geigl erhielt die gleichen Bewertungen. Beim Bruchtest wurde sie mit der Note B-Strich belohnt, die Bestnote nach dem extrem seltenen A.

Melissa Hauser war von den Noten nur ganz knapp hinter den beiden Superstars.
Allein dieses Kindertrio war schon die Anreise wert.

Dann kamen aber noch die beiden „TAEKWONDO-Opas“.

Wolfgang Grimm (75), dessen Enkel Max (bereits Schwarzgurt) sowie Sabrina und Benedikt (beide Rotschwarz), spornten ihn an und mit viel Fleiß und Ausdauer war es nun so weit. Er darf nun mit Stolz den Schwarzgurt tragen.

Wolfgang Brandhuber (67) der zur Kampfkunst kam, um seinen in der Zwergerlgruppe trainierenden Enkel zu unterstützen, machte vor zwei Jahren den ersten Schwarzgurt. Nun hat er auch den zweiten. Diese Leistung war bei diesem zähen Alroundsportler vorauszusehen. Er ist voll austrainiert und topfit!

Freilich kann man bei älteren Herren keine Kicks in der gleichen Höhe und Vollendung wie bei Catalina, Marlene oder Melissa erwarten, aber das ist auch gar nicht erforderlich. Das Publikum jedenfalls zeigte mit nicht enden wollendem, stehendem Applaus, dass die beiden Opas die Stars der Herzen waren.

Schulleiter Franz Sappl resümiert: „Zuerst die kleinen Mädchen, die mit der Leichtigkeit von Ballerinas solch hochwertige Technik vortrugen und damit aller Herzen gewannen, und dann noch die beiden alten Herren, die zeigten, dass mit der Rente noch lange nicht Schluss ist, das hat nicht nur das Publikum von den Hockern gerissen, auch Meister Ko war tief beeindruckt und ich muss es auch erst verkraften.“

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