27.04.2013 DAN-Prüfung 2. u 7. DAN

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TAEKWONDO-Prüfung vom 27.4.2013

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Höchstmögliche Graduierung erreicht!

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Franz Sappl legt die Prüfung zum 7. DAN in Taekwondo ab, die höchste in Europa mögliche Schwarzgurtprüfung. Gregor Fossdal bestand die Prüfung zum 2. DAN.

Der Frühjahrsgürteltest der TAEKWONDO-Schule von Franz Sappl, in die der Verein Dochang e.V. integriert ist, und die nun bereits seit fast 35 Jahren besteht, verlief vor dem Taekwondo-Headmaster Ko Eui-Min, der seit etwa 30 Jahren die Wolfratshauser Dochang-Schüler testet, zunächst ganz normal. Das heißt, die Farbgurtanwärter traten in Vierergruppen auf die Matte und zeigten, was sie unter Anleitung des Trainerteams – angeführt von Vereinsvorstand Franz Sappl – gelernt hatten und das war nicht wenig.

In der dritten Gruppe stürzte ein Mädchen, welches im Übereifer zu hoch gekickt hatte und japste verzweifelt nach Luft. Sofort bemühten sich Meister Ko und Franz Sappl um sie und so konnte sie nach einer Pause weitermachen.

Im weiteren Verlauf rang sich der Prüfer manches Gut oder sogar Sehr Gut ab. Zu den Prüfungen der Vereinsmitglieder wird ohnehin nur zugelassen, wer bei der Vorprüfung bewiesen hat, dass die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind, das heißt, wer ausreichend intensiv trainiert hat, um den Test mit Erfolg hinter sich zu bringen und in der Hierarchie eine Stufe höher zu klettern. Trotzdem ist aber nicht ausgeschlossen, dass mal die Nerven im Prüfungsstress nicht mitmachen, oder dass man mit dem falschen Bein aus dem Bett gestiegen ist. War aber niemand, durchwegs alle waren sehr gut drauf. Der eine oder der andere von den Anfängern hätte vielleicht die Kombination exakter bringen können und auch im Hanbon kyorugi (Vorstufe zu Kampf oder Selbstverteidigung) mangelte es einigen Einsteigern an Einfällen. Alles Weitere war hervorragend einstudiert und trainiert.

Besonders erfreulich war, dass diesmal so viele Erwachsene teilnahmen und dabei auch noch groß herauskamen. Ist das vielleicht der Anfang einer Trendwende? In den letzten Jahrzehnten ging es gerade umgekehrt. Die Tests und auch die Übungsstunden waren fast nur noch von Jugendlichen und Kindern besucht.

Im Dochang ist der älteste Aktive 80 Jahre alt und der Älteste, der seit Bestehen der Schule das Training aufgenommen hat, war bei Trainingsbeginn 71. Er hat inzwischen den Schwarzgurt unter bewährter Anleitung erworben. Es ist natürlich klar, dass man in vorgerücktem Alter nicht mehr springt wie eine Gämse und auch nicht mehr kickt wie eine Ballerina, aber das ist auch nicht nötig. Auch körperliche Handycaps müssen nicht unbedingt ein Hinderungsgrund sein. In unseren Reihen trainiert und lehrt auch der querschnittgelähmte Andi Sappl, der im Rollstuhl kürzlich den 4. DAN erworben hat.

TAEKWONDO ist eine hervorragende Selbstverteidigung, ein Vollsport. In ihm werden Körper und Geist geschult. Kinder, die im Schulhof gehänselt oder vielleicht sogar drangsaliert werden, oder sonst irgendwie gedrückt sind, die zu wenig Selbstbewusstsein haben, die sich lieber unterwerfen, ja vielleicht sogar schlagen lassen, aber auch solche, die zu viel Energie haben und übertrieben selbstbewusst sind, sie alle profitieren von dem, was man in den Kampfkünsten nebenbei erwirbt, nämlich von der Disziplin, die hier unabdingbar ist und von dem Gefühl, der Erfahrung, dass man auch jemand ist.

Auch Erwachsenen geht es vielfach ähnlich. Wie oft wird einfach zur anderen Seite geschaut, statt seiner Bürgerpflicht, der Menschlichkeit zu genügen und sich entweder selbst zu wehren oder einem bedrängten Mitmenschen zu helfen. Hätte man eine Kampftechnik erlernt und praktiziert, hätte man eingreifen können und könnte mit stolzgeschwellter Brust in den Spiegel schauen, ohne sich vor sich selbst zu schämen.

Unserer langjährigen Erfahrung nach ist es sinnvoll, Kinder ab 5 Jahren in ein entsprechendes Training zu schicken. Wir im Dochang nehmen Zwergerl und alle Altersgruppen darüber, in den Filialen in Icking, Ascholding und Geretsried und natürlich in Wolfratshausen auf. Weitere Trainingsstätten entnehmen Interessenten bitte unserer Homepage unter www.taekwondoschule.de oder www.dochang.de.

Zurück zum Gürteltest: Ich möchte sagen, alle waren Spitze. Aber alle können nun mal nicht ganz oben sein und so gab es auch hier noch Steigerungen. Einige sollten hier namentlich genannt werden. Die beiden Schwarzgurte bleiben zunächst noch außen vor.
Maximilian Wallner führt die „Supermänner“ an. Er kickte wunderbar und begeisterte im Freikampf zusammen mit dem Nächsten in der Liste: Christoph Eisermann, dann André Niebuhr, Thomas Nejman, Monika Mannhardt und Inge Blum, lauter Erwachsene! Dann folgten Kinder: Lea Dießlin, Leon Wolters und Maxl Spahn.

Mit Gregor Fossdal als Vorletztem trat ein echter Techniker vor den Meister. Er bestach durch saubere Ausführung und großes Können. Er erhielt ab dem Prüfungsfach Poomse Szenenapplaus. Das Vorgetragene war Extraklasse. Den 2. DAN hat er wirklich verdient.

Nach ihm kam der Altmeister und Vereinsvorsitzende Franz Sappl. Er hatte seine Absicht, sich um den 7. DAN zu bemühen nicht publik gemacht, weil man mit 54 Jahren nie weiß, wie es beim Aufstehen am Prüfungsmorgen steht, ob nicht ein böses Zipperlein zugeschlagen hat, um alles zu vereiteln, noch dazu wenn man auf ein solches Event hart hintrainiert hat.

Franz war glücklicherweise super drauf und begeisterte nicht nur die Clubmitglieder, sondern auch die Fangemeinde und zur großen Freude auch den großen Meister Ko.

Herr Ko sagte zu den Umstehenden: „Das war in allen Fächern Weltklasse“! Wer hat schon solches Lob aus solchem Munde bekommen? Ob es nun die Kicks, die Fauststöße, die Poomse, das Hanbon kyorugi, der Kampf oder die gigantischen Bruchtests waren, es war alles perfekt einstudiert! Super, super, super! Wer unter solchem Meister trainieren darf, kann sich glücklich preisen.

Zu den Bruchtests: Zuerst zerschlug Franz mit Dwitjaggi (Fußtechnik) Gartentrittplatten aus Naturstein, frei stehend. Dann zerschmetterte er mit Yobjaggi (Fußtechnik) zwei große freistehende Ziegelsteine. Als Handtechnik wurde zunächst ein Flusskiesel mit der Handkannte zertrümmert. Sodann nahm der neue 7. DAN ein Stück einer Granit-Bodenplatte und schlug vor den Augen aller Stück für Stück herunter, sozusagen scheibchenweise.

Fragen an Franz Sappl:
Pressewart: Wie lange hast Du Dich vorbereitet?
Franz: Sechs Jahre, seit meiner letzten Schwarzgurtprüfung. Die letzten Monate natürlich verstärkt und ganz besonders die letzten Wochen. Für den Konditionsaufbau genügen 60 Tage, aber eine Abhärtung der Hände und Füße ist in einigen Wochen oder wenigen Monaten nicht ausreichend möglich. Hornhaut wächst schnell, aber die Knochen brauchen viel Zeit, um sich zu verstärken und zu verdichten. Neue Techniken brauchen oft Jahre, um in Fleisch und Blut überzugehen.
Pressewart: Wie bist Du mit Deiner Leistung zufrieden?
Franz: Nach meinem momentanen Gefühl, war das das Beste, was ich je geliefert habe und das in meinem Alter noch. Ich bin hochzufrieden.
Pressewart: Wirst Du nach Korea fliegen und den 8. DAN auch noch machen?
Franz: Mal sehen. Bis dahin müssen mindestens 7 Jahre ins Land gehen. Inzwischen fließt noch viel Wasser die Isar hinunter.
Pressewart: Waren die gezeigten Disziplinen alles, was man zum 7. DAN können muss oder gehören noch andere Werte dazu, wie beispielsweise die Ausbildung einer bestimmten Anzahl von Schwarzguten?
Franz: Das nicht, aber ich musste eine 20seitige Facharbeit zu einem Taekwondo-Thema schreiben. Es wurden 26 Seiten. Ich wählte „Hanbon kyorugi“, den Einschritt-Kampf. Hierin ist unsere Schule absolut spitze. Von dieser Facharbeit können Schulen weltweit profitieren.
An dieser Stelle bedankt sich Franz bei seinem Trainerstab und besonders bei den Haupttrainern Claudia und Rudi Sappl, Robert Gottschalk, Jonny Sappl, Jakob Bobrich, Sabine Bobrich, Ingo Klepp und Stefan Sniatecki.

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Filme zur Prüfung
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